Wissenswertes

Studie zu Bakteriophagen als Therapie für Pseudomonas aeruginosa geht in die zweite Runde

Bakteriophagen bieten eine neue Möglichkeit der Behandlung von Infektionen, die durch antibiotikaresistente Bakterien hervorgerufen werden. Der erste Teil der Phage4Cure Studie wurde nun erfolgreich abgeschlossen. Im zweiten Teil wird die Therapie an einer Patientenkohorte getestet. 

Pseudomonas aeruginosa – ein antibiotikaresistentes Bakterium
Die Entwicklung von Resistenzen ist bereits seit der Entdeckung von Antibiotika bekannt. Doch seit 2019 zählen Antibiotikaresistenzen zu den Top 10 der globalen Gesundheitsgefahren laut WHO. Man spricht auch von einer stillen Pandemie.

Pseudomonas aeruginosa ist einer der sieben gefährlichsten antibiotikaresistenten Bakterienstämme. Diese Bakterien leben in feuchten Umgebungen und sind bereits von Natur aus gegen viele Antibiotika resistent. Sie können sich sehr gut anpassen und weitere Resistenzen ausbilden. Neben anderen Organen (s. Artikel von 2023: www.probanden.charite-research.de/bakteriophagen-pseudomonas-aeruginosa) befallen sie vor allem die Atmungsorgane. Patienten entwickeln daraufhin oft schwere Lungenentzündungen. 

Neuer Therapieansatz: Bakteriophagen
Für das Jahr 2050 werden 10 Millionen Todesfälle aufgrund von Infektionen mit antibiotikaresistenten Bakterien vorausgesagt. Daher ist die Entwicklung neuer Therapiemöglichkeiten sehr wichtig. 

Einen möglichen Therapieansatz bieten Bakteriophagen. Das sind Viren, die nur Bakterienzellen und keine menschlichen Zellen angreifen. Sie dringen in das Bakterium ein und vermehren sich darin bis das Bakterium platzt. Die freigesetzten Phagen können dann weitere Bakterien befallen. Der Vorteil von Phagen ist, dass diese nur auf ein ganz bestimmtes Bakterium spezialisiert sind.

Phagen, die sich gegen bakterielle Krankheitserreger richten und z. B. die guten Bakterien in unserem Darm in Ruhe lassen, sind daher ein vielversprechender Therapieansatz. So wurde in dem Projekt Phage4cure ein „Phagen-Cocktail“ entwickelt, der sich speziell gegen Pseudomonas aeruginosa richtet.

Seit 2015 arbeitet die CRO zusammen mit dem Leibniz-Institut DSMZ-Deutsche Sammlung von Mikroorganismen und Zellkulturen GmbH, dem Fraunhofer-Institut für Toxikologie und Experimentelle Medizin (ITEM) und der Charité – Universitätsmedizin Berlin: Medizinische Klinik mit Schwerpunkt Infektiologie und Pneumologie an diesem Projekt (s. Artikel von 2017: www.probanden.charite-research.de/forschungsverbund-startet-mit-dem-ziel-bakteriophagen-als-zugelassenes-arzneimittel-zu-etablieren).

Erster Teil der Studie ist abgeschlossen
Im ersten Teil der klinischen Studie ging es darum die Sicherheit, Verträglichkeit und Dosierung der Phagen-Therapie abzuschätzen. Dafür wurde der „Phagen-Cocktail“ von gesunden Probanden unter ärztlicher Aufsicht und kontrollierten Bedingungen inhaliert. Die Daten dieses Teils sind bereits so weit ausgewertet, dass der verwendete Phagen-Cocktail als sicher angesehen werden kann. 

Des Weiteren konnte nachgewiesen werden, dass die Phagen durch das Inhalieren die Lunge dosisabhängig gut erreichen. 

Dieser erfolgreiche Abschluss des ersten Studienteils bietet nun die Grundlage dafür, die Therapie auch an einer kleinen Patientenkohorte zu testen. Dabei liegt der Fokus wieder auf der Sicherheit und Verträglichkeit des Medikaments in dieser Personengruppe. Zudem wird die Anzahl der Pseudomonas-Keime in der Lunge abgeschätzt, so dass am Ende der Studie eine Aussage darüber getroffen werden kann, ob die eingesetzten Bakteriophagen die Keimzahl verringern können. Patienten mit nachgewiesener antibiotikaresistenten Pseudomonas aeruginosa Besiedlung können an der Studie noch teilnehmen. Ergebnisse sind im September 2025 zu erwarten.

* Pflichtfeld
Select a year from 1923 to 2007.
Ich habe die Datenschutzhinweise zur Kenntnis genommen und willige ausdrücklich in die Verarbeitung meiner angegebenen personenbezogenen (und ggf. Gesundheits-) Daten ein.
Die Einwilligung kann jederzeit widerrufen werden.